21.07.2010

Weil wir es wert sind

Immer mehr Menschen in Deutschland sind täglich auf Pflege und Betreuung angewiesen. Schon heute sind es mehr als 2,2 Millionen Menschen. Wir in der Diakonie legen besonders großen Wert auf intensive Zuwendung und hohe Qualität der Pflege.

Allerdings: Die rechtliche Grundlage für eine leistungsgerechte Bezahlung der qualifizierten Mitarbeitenden reicht nicht aus. Das gefährdet sowohl die Qualität der Pflege als auch die Arbeitsplätze.

Deshalb fordern wir die Anpassung der Sozialgesetzgebung. Weil wir es wert sind.

Ziel unserer Aktion: Die Bundesregierung zum Handeln bewegen

Nur wenn viele Menschen die Politik auf den dramatischen Zustand in der Pflege aufmerksam machen, wird sie bereit sein, etwas zu ändern.

Am 18. September 2009 hat die Diakonie mit einer ungewöhnlichen Stimmabgabe auf die schwierige Situation in der Pflege aufmerksam gemacht: Im Rahmen der Aktion "Weil wir es wert sind" überreichte sie Unterschriften und Fotos von Menschen, die die Forderungen der Diakonie unterstützen, an die Politik. Mehr als 20.000 Menschen haben sich in den ersten vier Monaten an der Aktion beteiligt.

Da die tägliche Unterschriftenflut nicht aufhörte, wurde die Aktion bis zum 09. November 2009, dem Start der neuen Bundesregierung verlängert. Mit der Übergabe der Unterschriften und eines Teils der Fotos an den Gesundheitsminister Philipp Rösler endete die Aktion.

Wir sagen: Danke!

Am Ende waren es über 52.000 Menschen, die die Aktion der Diakonie für mehr Wertschätzung in der Pflege unterstützt haben. Dafür danken wir allen sehr herzlich, die diese Aktion unterstützt, begleitet, gefördert haben und mit ihrer Unterschrift bzw. ihrem Foto ein Gesicht gaben.

 

Ziel der Aktion "Weil wir es wert sind" war, Politik und Öffentlichkeit auf die dramatische Situation in der Pflege aufmerksam zu machen und eine Änderung im SGB XI in Bezug auf  eine adäquate Bezahlung von Pflegekräften in der ambulanten und stationären Altenhilfe zu erwirken.

Die Federführung für die Aktion hatte das Diakonische Werk der EKD, Kooperationspartner waren der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege sowie die diakonischen Landesverbände Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Bayern und Mitteldeutschland.

Die  Aktion startete beim Evangelischen Kirchentag in Bremen Ende Mai 2009 endete mit dem Antritt der neuen Bundesregierung Ende Oktober 2009. In den fünf Monaten kamen mehr als 52.000 Unterschriften und etwa 2.000 Fotos zusammen. Ein Teil der Unterschriften und Fotos wurden gedruckt  und am Aktionstag den Medien vorgestellt und den Bundestagsparteien überreicht. Das "Fotoalbum" mit 400 Seiten im DIN A 3 Format mit ganzseitigen Fotos und 15.000 Unterschriften wurde von den Politikern in den Parteizentralen sehr positiv aufgenommen. Besondere Aufmerksamkeit erzielten auch die siebzehn 2,50 Meter hohen Buchstaben mit dem Aktionsclaim "Weil wir es wert sind", die von Berliner Pflegkräften vor dem Berliner Reichstag aufgebaut wurden.

Im Koalitionsvertrag findet sich einiges von den Forderungen der Diakonie wieder, aber es bleibt unkonkret, unklar in der Umsetzung und Finanzierung. Ganz und gar gegen die Forderung der Diakonie richtet sich der individuelle Kapitalstock zur Finanzierung der Pflegeversicherung. Die spezifische Forderung der Diakonie nach einer gesetzlichen Änderung des SGB XI in Bezug auf  eine adäquate Bezahlung von Pflegekräften in der ambulanten und stationären Altenhilfe fand keinen Eingang in den Koalitionsvertrag. Der Forderungskatalog der Diakonie lag der Arbeitsgruppe Gesundheit während der Verhandlungen vor.

Mit dieser politischen Kampagne gelang es dem Diakonischen Werk der EKD, Mitarbeitende in der Pflege, zu Pflegende und Angehörige gleichermaßen für die Aktion zu gewinnen und zu mobilisieren. Eine positive Resonanz wurde aber nicht nur innerverbandlich erreicht, es schlossen sich zahlreiche Gespräche mit Politikern zum Thema Pflege an. Die Resonanz in den Medien belegt, dass mit der Aktion mehr als 11,1 Millionen Menschen erreicht wurden.

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